Ist Google Wave die neue Art des Postversands im Netz?
Was ist eine Wave? Laut Google ist eine “Wave so wie E-Mail, wenn diese heute neu erfunden würde”.
Der Unterschied besteht darin, dass bei E-Mails diese von einem Mail-Server zum anderen geschickt werden. Es gibt jeweils eine Kopie des Dokumentes sowohl für den Empfänger als auch für den Absender. Weitere Kopien entstehen bei Erstellung einer Antwort.
Eine Wave dagegen besteht aus einem einzigen “dynamischen” Dokument. Das heisst, alle Antworten, Ergänzungen usw. werden in dieses eine Dokument hineingeschrieben. Diese werden “Blips” genannt.
Mit einem Playback-Button kann der User die Antworten und Beiträge in der Reihenfolge, wie sie entstanden sind, immer wieder aufrufen. Dies entspricht in seiner Form der Handhabung eines Films.
Bei einer Wave gibt es im Gegensatz zu Absender und Empfänger von E-Mails nur Teilnehmer. Aus einer Liste mit Kontakten kann ausgewählt werden, an welche Teilnehmer sich die neue Wave richten soll. So wird ähnlich wie bei einem Wiki auch die gemeinsame Arbeit an einem Dokument möglich.
An einem grünen Punkt am Symbolbild des Nutzers ist zu erkennen, ob dieser gerade an einer Wave teilnimmt. Bei der Wave kann jeder Teilnehmer in Echtzeit verfolgen, was der andere schreibt. Folglich ist Google Wave auch fürs Chatten geeignet.
Selbstredend können mit Google Wave auch Fotos verschickt werden. Diese sind angezeigt als verkleinertes Abbild und können dann durch einen Mausklick im Web 2.0-Stil auf schwarzem Grund gesehen werden.
Möglichkeiten für die Orientierung bieten Verzeichnisse und Tags, die jeder Wave zugeordnet werden können. Angezeigt wird eine Wave im Übersichtsfenster in der Mitte des Browser-Fensters mit der Uhrzeit ihrer letzen Änderung.
Die User, die mit Wave während der Testphase gearbeitet haben, sind jedoch auf Grund der Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten von Wave irritiert und es zeigt sich, dass Google Wave bislang noch nicht im Online-Alltag integriert ist.
Eigentlich soll Google Wave selbst zum Zentrum der Kommunikation werden - dies ist aber noch nicht geglückt, denn es kommt nicht selten vor, dass man eine Wave an einen anderen Teilnehmer verschickt, ohne dass dieser das bemerkt. Denn es gibt keine Benachrichtigungsfunktion für eine Wave.
Google hat die Technik der Waves zum Teil als Open-Source-Code freigegeben. Somit können auch andere Anbieter einen Wave-Dienst einrichten. Denn wenn die Google Wave erst einmal überschwappt, werden wohl die Server nur eines Unternehmens nicht ausreichend sein, die Datenkommunikation mit Wave zu bewältigen.
Denn dies hat der Test mit ungefähr einer Millionen Nutzern gezeigt: Ab und zu erscheint die Fehlermeldung “unsynced waves” und diese will sagen, dass der Server mit der Aktualisierung der Waves nicht nachkommt.



