Achtung bei Auktionshäusern im Internet - hier können teure Fallen lauern
Das bekannteste und wohl größte Aktionshaus im Internet ist Ebay. Hier wird alles verkauft und ersteigert, was nur vorstellbar ist. Da dies natürlich auch für den Betreiber ein lukratives Geschäft ist, versuchen etliche andere Internetauktionshäuser, Ebay nachzueifern.
Nach eigenen Angaben hat das Auktionsmodell swoopo.de sieben Millionen angemeldete Teilnehmer und ist somit das größte Portal dieser Art. Hier werden Produkte mit einem Startgebot von null Euro versteigert. Man steigert mit zu einem Preis von 50 Cent je Gebot, wobei jedes Gebot den Preis des zu ersteigernden Produktes um 10 Cent erhöht.
Bei jedem Gebot verlängert sich die Auktion für das jeweilige Produkt um bis zu 20 Sekunden. Wer an der Auktion teilnehmen und mitbieten will, muss sich registrieren und eben die genannten 50 Cent pro Gebot investieren. Bei Auktionsende gewinnt dann immer nur einer, alle anderen Mitbieter verlieren ihre Einsätze.
Swoopo garantiert, dass jeder Artikel in ausreichender Menge zur Verfügung stehe und die bietenden Teilnehmer jederzeit aus einer Auktion aussteigen und das Produkt kaufen können. Die Kosten für die bereits getätigten Gebote werden dann auf den Warenwert angerechnet. Und da ausreichende Mengen der einzelnen Artikel vorhanden sind, können alle anderen Teilnehmer der Auktion auch weiterbieten.
Eine weitere Adresse für Auktionen im Internet ist rabattschlacht.de. Hier müssen sich die User ein Zeitguthaben erwerben, um dann die verdeckten Preise aufdecken zu können. Je länger dieser Preis betrachtet wird, desto geringer wird dieser. Allerdings wird aber auch umso mehr Zeit vom gekauften Zeitguthaben abgezogen.
Kaufen kann der Teilnehmer in dem Moment, wo ihm der Preis niedrig genug erscheint - vorausgesetzt, dies hat nicht schon jemand anders getan. Dann gehen alle übrigen Mitbieter eben leer aus.
Zu den rechtlichen Gesichtspunkten hierüber äussert sich der Düsseldorfer Fachanwalt Michael Terhaag. Für ihn bewegt sich zum Beispiel ein Einsatz von 50 Cent pro Gebot knapp entlang der rechtlichen Grenze. Laut Rechtssprechung gelten Einsätze von über 50 Cent bereits als erheblich, woraus sich dann der Bestand des Glücksspiels ergibt. Ein Glücksspiel liegt nämlich genau dann vor, wenn der Gewinneinsatz erheblich ist.
Ferner liegt laut Terhaag bei Swoopo.de die Einstufung als Glücksspiel nahe, da jedes gemachte Gebot die Dauer einer Aktion um einen unbestimmten Zeitraum verlängert. Somit ist der Bieter zu einem gewissen Grad vom Zufall abhängig.
Der Vorstand von Swoopo, Gunnar Piening, weist solche Vorwürfe und rechtliche Bedenken gegen sein Unternehmen zurück. Der Ausgang der Auktionen bei Swoopo.de habe nichts mit Zufall zu tun und auch Sniper (automatisierte Programme, die mitbieten) würden dort nicht eingesetzt. Er sagt, dass Swoopo ein E-Commerce-Modell sei, räumt aber auch ein, dass es “ein paar Elemente von einem Geschicklichkeitsspiel” gebe. Die Teilnehmer von Swoopo.de würden laut Piening im Schnitt 65 Prozent gegenüber günstigen Verkaufspreisen im Internet sparen.
Der große Unterschied zum Auktionshaus Ebay ist natürlich, dass der Bieter dort keine Ausgaben für einen verpassten Zuschlag hat. Hier hat man zwar den Ärger darüber, dass man das gewünschte Produkt nicht ersteigern konnte, aber eben keine finanziellen Aufwendungen. Gewinner der Auktionen bei den anderen genannten Auktionshäusern ist letztendlich immer der jeweilige Betreiber des Auktionsportals. Denn Dank der zu leistenden Bietgebühren verdienen sie oftmals ein Vielfaches vom Verkaufspreis der versteigerten Produkte.
Auch kann es möglich sein, dass die Betreiber eine automatisierte Software eingesetzt hat, die auch Gebote abgibt. Eine solche Software nennt man Sniper und sie trägt dazu bei, den Preis für das jeweilige zur Auktion stehende Produkt in die Höhe zu treiben.
Und natürlich ist bei dieser Art des Mitbietens auch der psychologische Aspekt nicht unbedenklich. Denn wer nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld für die Auktion investiert hat, will auch unbedingt das Produkt ersteigern und kann dadurch natürlich auch den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg verpassen.
Wer also doch bei diesem “Erlebnisshopping” mitmachen möchte, sollte erst einmal klein anfangen. Ausserdem ist es immer gut, sich über die Verkäufer und ihren Ruf sowie die Preise zu den jeweils gewünschten Artikeln zu informieren. Und lassen Sie sich niemals zu irgendwelchen Handlungen drängen, die Sie nicht vornehmen wollten. Dies rät Jo Bager von der Computerzeitschrift “c’t”.