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Michael Jacksons Tod zwingt Twitter und Co. in die Knie

Samstag, Juli 4th, 2009

Edit-War bei Wikipedia - Google dachte an Hacker-Angriff - “Thriller” Nummer eins bei iTunes - immer wieder kurzfristige Ausfälle

hacker_attackDer Tod des Popsängers Michael Jackson hat sich im Web nicht nur wie ein Lauffeuer verbreitet - er führte auch zu einer bislang ungekannten thematischen Dominanz in Online-Netzwerken. Die Diskussionen rund um dieses Ereignis haben innerhalb kürzester Zeit ca. 30 Prozent aller verschickten Nachrichten auf dem Microblogging-Service Twitter ausgemacht.

Hype

Eine Dominanz, die bislang ihresgleichen sucht - und dabei wohl auch einiges über die westliche Medien-Gesellschaften verrät: Selbst die Berichte über die Proteste im Iran oder auch über den Ausbruch der Schweinegrippe haben nicht einmal annähernd ähnliche Werte erreicht.

Ansturm

Von dem Ausmaß dieses regelrechten Tweet-Sturms zeigt sich selbst Biz Stone überrascht: “Man habe plötzlich mit rund dem doppelten Nachrichtenaufkommen zu kämpfen gehabt”, so der Twitter-Gründer gegenüber der New York Times. Daraus resultierte auch so manches Problem. So kam es immer wieder zu kurzen Ausfällen beim Microblogging-Service. Die Suche, die sonst eigentlich Informationen in Echtzeit liefert, war um rund 20 Minuten verzögert. Zu guter Letzt musste man vorübergehend die “Trending Topics” deaktivieren. Ein Bereich, in dem aber auch jetzt noch immer Begriffe wie “Michael Jackson”, “MJ’s” oder “Pop” dominieren.

Wikipedia

Für einige Aufregung sorgte das Ableben des Künstlers aber auch bei Wikipedia: Während bei Twitter dieser Umstand schon längst als gegeben hingenommen wurde, suchten klassische Medien wie z. B. CNN noch eifrig nach einer offiziellen Bestätigung. Eine Unsicherheit, die bei der Wissens-Enzyklopädie zu einem regelrechten Edit-War führte: Immer wieder wurde das Ableben in den entsprechenden Artikel hineingeschrieben, nur um sofort wieder von einer anderen Person entfernt zu werden.

“Thriller” Nr. 1

Bei iTunes eroberte “Thriller” innerhalb weniger Stunden den ersten Platz der meisten Downloads bei vollständigen Alben. Auch YouTube verzeichnete eine starke Nachfrage nach Videos mit Michael Jackson. Bei Facebook wurden derweil Mahnwachen und Online-Gedenkaktionen für Michael Jackson organisiert.

Ausfall

Laut CNET kam es bei Wikipedia unterdessen aufgrund der vielen Anfragen aber auch zu kurzfristigen Ausfällen - eine Situation, mit der sich auch AOL abgeben musste. Dessen Entertainment-Seite TMZ, die als Erstes über den Tod von Michael Jackson berichtet hatte, sah sich dann ebenfalls mit der Last des öffentlichen Interesses überfordert: die Server brachen mehrmals unter dem Ansturm der Anfragen zusammen.

Google dachte an Hacker-Angriff

Die Google-Technik betrachtete die heftige Nachfrage nach Michael Jackson zunächst als einen koordinierten Hacker-Angriff. Als Schutzmaßnahme mussten Nutzer des Dienstes Google News etwa eine halbe Stunde lang einen “Captcha”-Check absolvieren, also eine angezeigte Buchstaben-Ziffern-Folge eingeben, ehe die News-Ergebnisse der Michael-Jackson-Anfrage angezeigt wurden. Das Hauptangebot der Google-Suche sei aber nicht betroffen gewesen, sagte Google-Sprecher Gabriel Stricker. Das Monitoring-System von Akamai für den “Net Usage Index” stellte fest, dass der Datenverkehr von Nachrichtenseiten im Web um 50 Prozent nach oben schnellte.

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